Kurztexte werden eigentlich nicht besonders oft rezensiert. Der offensichtliche Grund dafür ist, dass kaum jemand einen Rezension von einem etwa gleichlangen Text liest, wenn er stattdessen auch den Text selbst lesen kann.

Deshalb wollen wir uns kurz halten, wenn wir auf den Artikel Gedanken eines Neuwählers aus dem Jahr 2005 hinweisen. Der Autor des Textes ist der Schriftsteller Wladimir Kaminer, der nicht nur unterhaltsame Bücher und über den Alltag gewordenen Irrsinn des Sozialismus in der ehemaligen Sowjetunion schreibt, sondern dazu auch schöne Texte mit libertärem Anklang.

Weil Copyright-Richtlinien ein über jedem kleinen Blog schwebendes Damoklesschwert sind, sei hier nur der beste Ausschnitt zitiert:

 

[B]esser wäre die Mehrstaatlichkeit in Deutschland.

Das ist meine persönliche politische Vision. Die Mehrstaatlichkeit würde bedeuten, dass alle Kandidaten ihren eigenen Staat auf dem freiem Markt anbieten, wie es zum Beispiel die Telefongesellschaften mit ihren DSL-Angeboten längst machen. Auch die Politiker würden ihre Kunden in harter Konkurrenz erkämpfen müssen. Und wenn sie klug genug sind, werden sie ihren Staaten nicht solche blöden Kürzel wie „BRD“ oder „DDR“ geben, stattdessen hübsche Frauennamen. Dann wird man auf Wahlkampfplakaten lesen können: „Der Staat „Alice“ mit Schwerpunkt Ökologie, Bildung und Kultur! Dafür ohne Grenzschutz und ohne Armee, für nur 4.99 im Monat!“

Ich warte auf den Staat „Alice“, ich glaube fest, dass er kommt.